Tag 1: Ende und aus – Kelkheim bis Gedern (90 km)

Endlich geht es los

Der Plan für Tag eins steht. Es soll ein gemütlicher Beginn werden. Das Ziel heißt Campingplatz Nieder-Mooser See im Vogelsberg. Knapp 109 Kilometer zum Aufwärmen. Eigentlich beginnt der Tag schon zu schön. Mit einem kleinen Schönheitsfehler. Der Wind weht recht lebhaft aus Nordost. Ich fahre anfangs nach Südosten, dann nach Osten, den größten Teil der Strecke dann aber… Genau!

Zuerst rolle ich vorwiegend bergab durch Kelkheim, Liederbach, Unterliederbach und Höchst zum Main herunter. Die Sonne scheint meistens, aber es quellen schon dickere Wolken, einige sind auch dunkel. Ich wechsele auf die andere Mainseite, immer am Fluß entlang. Vormittags ist auf dem Radweg kaum jemand unterwegs. Es macht sogar Spaß Frankfurt zu durchqueren. Viele Gänse begegnen mir. Nichts ungewöhnliches hier am Fluß, aber zur Zeit haben sie alle Jungtiere in den unterschiedlichsten Größen. Früh trainieren die Eltern mit ihren Kleinen zwischen Radfahrern und Joggern den Weg zu queren.

Mainhattan und der Eiserne Steg

Schwanheim, Sachsenhausen, am Eisernen Steg das obligatorische Foto von Mainhattan, dann Offenbach, weiter bis zur Rumpenheimer Fähre. Genau bei meiner Ankunft legt sie ab und ich muss warten bis sie wiederkommt. Zum Glück ist der Main nicht so breit, der Andrang ist gut, sodass es keine große Wartezeit gibt. Mit meinem schwer bepackten Fahrrad komme ich nicht auf die Plattform die für Radler vorgesehen ist. Also belege ich den Platz für ein ganzes Auto. Auch mal nett.

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Du bist nicht bereit!

Das neue Zelt: Jack Wolfskin Skyrocket II Dome

Im einem Computer Onlinespiel gibt es den berühmten Slogan eines Charakters: „Du bist nicht bereit“. Und dies hätte er genauso gut zu mir sagen können. Nun, eigentlich war ich bereit. Nur nicht ausreichend. Die Zeit lief mir davon. Es blieben immer noch tausend Dinge zu tun. So kam es mir vor.

Nachdem ich fast den ganzen Montag damit verbracht hatte, herumzufahren und ein paar letzte Dinge zu kaufen, das Zelt und den Schlafsack auszutauschen, war ich ziemlich müde und nur ein kurzer Abend war übrig um das neue Zelt zu überprüfen, die Radtaschen entsprechend der überarbeiteten Packliste zu packen, vielleicht eine kurze Testfahrt zu machen, mein Zimmer ein wenig aufzuräumen und einige Sachen auf dem Computer zu erledigen, wie zum Beispiel an meiner Webseite zu arbeiten und ein paar Programme auf meinem Netbook zu installieren. Und so entschied ich mich nach einiger Überlegung meine Abfahrt um einen Tag zu verschieben. Das würde mir genug Zeit geben um am Dienstag alles in Ruhe vorzubereiten, sodass ich bereit sein würde am Mittwochmorgen loszufahren. Schließlich habe ich keine Eile.

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Mein Gefährt, mein Heim, mein Lernprozess

Mein erstes Heim: Das Tatonka Alaska 2

Während der Tag der Abfahrt unweigerlich näher rückt, ist es Zeit einen letzten Blick zurück auf die vorherigen Tage zu werfen.

Es war eine ziemlich geschäftige Zeit, vor allem ausgefüllt durch meinen Umzug. Ich habe meine Wohnung aufgegeben und bin zu einer guten Freundin gezogen, da ich vorhabe für den größten Teil des nächsten Jahres auf Reise zu sein, vermutlich sogar länger. Also war es einfach unnötig jeden Monat 800 Euro auszugeben nur damit die Möbel untergestellt sind. Die größte Herausforderung war es meinen ganzen Besitz aufzuteilen. Der größte Teil kam in ein Lager das ich für etwas mehr als 100 Euro im Monat gemietet habe. Dorthin kamen die meisten Möbel, Kleidung die ich nicht brauche, dazu all die Tausend dummen Dinge die ich im Laufe meines Lebens angesammelt habe und bei denen ich einfach noch nicht bereit bin sie aufzugeben.

Dann waren da die Dinge die in den Müll wandern konnten. Tatsächlich war es ein ziemlich großer Teil meines Besitzes. Sachen die ich im Keller gelagert hatte und die seit meinem letzten Umzug vor fünf Jahren nicht das Tageslicht gesehen hatten, dazu eine Menge anderer nutzloser Dinge. Einige davon waren nett zu haben, aber ganz sicher nicht notwendig und im Allgemeinen eine Verschwendung von Platz und Raum. Also vollzog ich das große Ausräumen was mein Leben sehr viel leichter und weniger beladen machte.

Der letzte Haufen Dinge waren diejenigen die mit mir kommen sollten. Entweder in mein neues Zimmer bei meiner guten Freundin – Bett, Schrank, Computertisch, ein paar elektronische Geräte, Kleidung, Dokumente, usw. Oder mit auf meine Fahrradreise. Letzteres waren noch nicht Viele, da ich zu der Zeit noch das Meiste kaufen musste.

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