Geht’s bald los oder geht’s bald los?

Noch fünf Tage und die Vorbereitungen stecken wie üblich noch in den Kinderschuhen. Aber das wird schon. Viele Sachen muss ich nicht mehr besorgen, Gaskartuschen und ein paar Lebensmittel für die ersten Tage. Was sonst noch fehlt oder ersetzt werden muss, sehe ich morgen beim Probepacken.

Die Streckenplanung steht auch weitestgehendst. Hinfahrt bis Kirkenes ist fertig. Norwegen und die Rückfahrt durch Dänemark und Deutschland sind noch Pi mal Daumen. Insgesamt komme ich auf über 10,000 Kilometer. Das ist sehr ambitioniert. Im Moment bin ich bei einem Tagesschnitt von 96 Kilometern. Ohne Ruhetage oder Schlechtwetterpausen.

96 Kilometer pro Tag hört sich im ersten Moment nicht so viel an. Aber je nach Streckenprofil schaffe ich mit vollbeladenem Rad und Anhänger 15 – 17 Kilometer in der Stunde. Das wären also um die 6 Stunden reine Fahrzeit pro Tag. Hört sich auch nicht viel an. Da ich im hohen Norden nicht so eine Hitzewelle erwarte wie im letzten Jahr, was meinen Tagesschnitt doch erheblich gedrückt hat, sollte es machbar sein. Mal schauen wie es läuft.

Sollte mir das Wetter zu viel Striche durch die Rechnung machen – ich werde nicht bei Dauerregen fahren – hat die Strecke noch Optimierungspotential. Ich kann in Finnland den Schlenker nach Süden verkürzen oder in Norwegen Teile mit dem Schiff fahren, wenn der Küstenverlauf zuviel Kilometer in Anspruch nimmt. Im schlimmsten Fall kann ich direkt von Schweden zum Nordkapp fahren und Finnland dann ein anderes Mal beradeln. Alles wird im Fluss sein.

Ich bin gespannt wie lange ich brauche um wieder in den Reisemodus zu kommen. Es dauert sicher ein paar Tage bis die tägliche Routine greift. Zu Beginn will ich wenn immer möglich auf Campingplätzen übernachten. In Dänemark dann der erste Naturlagerplatz. Und ab Schweden vorwiegend freies Zelten. Alle paar Tage dann ein Campingplatz oder eine Hütte wenn es das Wetter nötig macht oder ich mal wieder eine heiße Dusche brauche.

Die erste Etappe ist sportlich. Über 140 Kilometer bis Schlitz. Auf dem Vulkanradweg vorwiegend bergauf. Zwar moderat ohne große Steigungen, aber trotzdem bergauf. Die Zweite dann an der Fulda entlang. Nochmal über 140 Kilometer. Auch Tag drei ist lang. Diesmal über 150 Kilometer. Ein kurzer Anstieg aus dem Tal der Weser heraus an die Leine und der weitgehend flach bis kurz vor Hannover folgen.

Ab dort werden die Abschnitte kürzer, immer so um die 100 Kilometer pro Tag. Lüneburger Heide, Lauenburg, Lübeck, Pelzerhaken bei Neustadt in Holstein. Dort vielleicht ein Ruhetag und die alte Heimat besuchen. Dann über den Fehmarnbelt nach Dänemark und in zwei Tagen bis Helsingör bevor es nach Schweden geht. Soweit der erste Plan. Mal sehen was daraus wird.

Farewell Mallorca Frühjahr 2019

Sechs Wochen Frühling auf Mallorca, der schönsten Insel der Welt, sind vorüber. Und was für ein Frühling es war. An den meisten Tagen strahlte die Sonne von einem makellos blauen Himmel. Ab und zu gab es Wolken, meistens Fotowölkchen. Und nur vier Regentage während der ganzen Zeit. Davon zwei in der verlängerten Woche als mein Radteam Neu-Isenburg hier war.

3000 Kilometer in sechs Wochen – Auf der Ma-3430 bei Kilometer 6 kurz hinter Muro war es vollbracht.

Die Temperaturen waren, zumindest tagsüber, angenehm warm. An ein paar Tagen wurde die 20-Grad-Marke erreicht, meistens war es zwischen 15 und 18 Grad warm. Die Nächte dagegen waren oft noch lausig kalt. Gerade am Anfang rückten sie oft bis knapp an den Gefrierpunkt. Aber sobald die Sonne aufging, zeigte sie ihre Kraft. Wenn sie wieder weg war, rauschte das Thermometer jedoch sofort wieder in den Keller.

Der Wind war auch wieder ein Thema. Allerdings nicht so stark und beständig aus westlichen Richtungen wie im letzten Jahr. Es gab sogar fast windstille Tage, außergewöhnlich auf einer Insel. Zum Ende sorgte nochmal ein fieser Nordostwind für gefühlte Kühlschranktemperaturen. Ein paar wenige Tage waren stürmisch, auf die ich dann Wander- oder Ruhetage legte. In der letzten Woche blies ein besonders heftiger Wind, der im Gebirge sogar eine Radlerin von der Straße einen Abhang herunter blies. Verständlich dass man bei wenigen Tagen auf der Insel jeden Tag ausnützen möchte, der Tag war jedoch wirklich nicht zum Radfahren geeignet. Vor allem nicht in den Bergen.

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