Tag 1 – Die Zweite – Und jetzt etwas völlig anderes…

Dienstag, 6. Juni 2018 – 140 km von insgesamt 140 km

Fast drei Wochen sind vergangen seit ich meine Skandinavienreise schon am ersten Tag wegen einer Achillessehnenentzündung abbrechen musste. Das Warten auf Besserung zäh, gibt es doch wirklich nicht viel was ich tun kann um die Heilung zu beschleunigen. Gut, ich halte mich knapp zwei Wochen daran kein Rad zu fahren. Dann spüre ich dass ich es wagen kann. Die ersten kurzen Touren sind vielversprechend, aber es gibt auch Rückschläge. Dazu unternehme ich einige Wanderungen. Seltsamerweise bereitet Laufen mir keine Probleme.

Die “tatenlose” Zeit nutze ich um über Alternativen nachzudenken. Plan A ist mit dem Fahrrad meine Skandinavientour zu fahren. Ziemich schnell entwickelt sich daraus Plan B. Statt mit dem Fahrrad eben mit de Auto. Rad im Kofferraum und Boot auf dem Dach. Auch nicht schlecht. Aber ich will es irgendwie auch ohne Auto schaffen. Also kommt Plan C ins Spiel. Zu Fuß zum Nordkap. Ich habe sowieso vor in Zukunft irgendwann einmal von Gibraltar zum Nordkap zu laufen. Also warum nicht jetzt gleich die Hälfte. Schließlich liegt der Europäische Fernwanderweg Nr. 1 sozusagen vor meiner Haustür. Und er führt zum Nordkap.

Bei einer Wanderung zum Atzelberg wird mir jedoch schnell klar, dass es mit der mir noch zur Verfügung stehenden Zeit zu einer ziemlichen Rennerei ohne Zeitreserven wird. Dann kommt der Freitagabend im Kanu-Club Kelsterbach, als in einer lockeren Gesprächsrunde bei ein paar Bier, erst Plan D und auf dem Heimweg Plan E entsteht.

Einige Freunde aus dem Verein verbringen ihren diesjährigen Sommerurlaub in Schottland. Also warum sie nicht besuchen? Mit dem Auto, dem Rad hinten drin und dem Boot oben drauf. Soweit Plan D. In dunkler Nacht auf dem Weg von Kelsterbach nach Kelkheim wird dann Plan E geboren. Ich will mit dem Rad nach Schottland. Es zumindest versuchen. Abbrechen und das Auto nehmen kann ich immer noch wenn die Sehne nicht mitspielt.

Das Wochenende verbringe ich mit weitere Testfahrten. Alle gut. Nicht perfekt. Aber okay. Und Nachdenken. Welche Route soll ich nehmen? Über Rotterdam und Hull? Oder über Dunkerque und Dover? Erstere würde mich zu früh nach Schottland bringen. Letztere ist reizvoller. Zeitlich sollte es genau passen Schottland bei Ankunft meiner Freunde vom Kanu-Club zu erreichen. Und ich würde eine alte Rechnung begleichen können. London-Edinburgh-London vom letzten Jahr als mich Rückenschmerzen zum Abbruch zwangen. Dieses Mal kann ich in die Strecke einsteigen und alles nachholen. Oder zumindest den Hinweg. Später locken mich der Lake District, Wales und Cornwall. Danach zurück auf das Festland bis der Sommer vorbei ist. Flandern, Ardennen, Luxemburg, Elsass, Schweiz, Italien, Österreich, was immer ich schaffe und wohin es mich treibt. Es gibt so viel zu erkunden mit dem Rad.

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Nun ist also Dienstag gekommen. Wieder werde ich mit einem großen Lunch-Paket von einer lieben Freundin verabschiedet. Der Abschied fällt schwer, aber mich ruft die Ferne. Tolles Klischee, oder? Statt der “Direttissima” durch den Westerwald Richtung Köln, wähle ich mit Rücksicht auf meine Sehne die etwa 50 Kilomter längere, aber durchweg flache Route entlang von Main und Rhein. Ich habe Koblenz als Tagesziel angepeilt, bin aber bereit schon vorher den Tag zu beenden, sollten Probleme entstehen.

Von Kelkheim folge ich dem Liederbach und wechsele dann nach Hofheim zum Schwarzbach. Immer schön bergab bis zum Main. Es ist schon recht warm und der leichte Schiebewind bringt keine rechte Abkühlung. Hinter Flörsheim ist dann Schluss mit lustig. Der Uferweg ist gesperrt und ich werde hoch in die Weinberge gejagt. Ich habe Angst dass meine Sehen nicht mitspielt. Aber sie spielt mit. Zum Glück. In Hochheim bin ich wieder auf Ebene Fluss. Schön flach und schonend.

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Sommerreise 2018

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